Case Manager & Partner News
  Das Nachrichtenmagazin für Kunden und Partner der Z & B Gruppe
Ausgabe 1 / 2007
Editorial
Rolf Buchmann
Rolf Buchmann
ist Senior Partner
der Buchmann & Partner AG
und leitet den Bereich Wiedereingliederung.
Schon wieder eine Newsletter! Als ob wir nicht schon genug mit Informationen aller Art überflutet würden! Nun, ich verstehe den Unmut vieler Leser gegenüber unerwünschten E-Mails (SPAMS).
Unfall
Ein Tag im Leben von...
Arbeitsplatz
Arbeitsplatz erhalten?


 

Mit diesem Nachrichtenmagazin wollen wir Ihnen nichts verkaufen, wir haben keine Schnäppchenangebote zu verschleudern und versprechen Ihnen auch keinen grossen Lottogewinn. Unser Nachrichtenmagazin informiert Sie über Aktualitäten aus dem Bereich der Wiedereingliederung. Dabei steht immer der Mensch im Mittelpunkt. Wichtig für uns ist auch, dass Sie sich beim Lesen unseres Magazins entspannen können. Deshalb finden Sie in jeder Ausgabe ein unterhaltsames Rätselspiel. Gönnen Sie sich eine Pause: Lehnen Sie entspannt zurück und klicken Sie mal auf das Bild mit den Fröschen….

Sind Sie selber daran interessiert, einen Beitrag über Ihre Tätigkeit in unserem Magazin zu veröffentlichen? Möchten Sie uns oder Ihren Berufskollegen die Meinung sagen? Die Case Manager & Partner News ist die ideale Plattform dafür. Auch Leserbriefe -  Kritik oder Lob - sind willkommen.
Ich wünsche Ihnen beim Lesen (und Rätseln) dieser ersten Ausgabe viel Spass.

Ihr Rolf Buchmann

 
Unfall
Heute bin ich um halb sechs aufgestanden, denn heute ist ein Arbeitstag. Ich arbeite seit diesem Frühling wieder an zwei Tagen pro Woche, jeweils 2 Stunden am Vormittag. Mehr schaffe ich nicht. Obwohl ich erst um 9 Uhr mit der Arbeit anfange, bin ich bereits kurz nach sieben im Büro. Ich arbeite in meiner „alten“ Firma. Es ist für mich jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis, arbeiten zu gehen: Meine Bürokollegen und -kolleginnen nehmen sich immer Zeit für einen „Schwatz“, sie verwöhnen mich, bringen Kaffee und Kuchen. So auch heute. Sie haben mich wieder voll in ihren Kreis aufgenommen, obwohl ich nicht mehr der Mensch bin, der ich einmal war. Es gibt ein Leben vor dem Unfall und ein Leben nach dem Unfall. Vorher war ich eine dynamische Frau, die voll in ihrem Beruf aufging. Ich arbeitete viel und hatte Freude daran. Ich trug viel Verantwortung als Kundenberaterin auf einer Bank und arbeitete total selbständig. Meine Arbeit wurde von meinen Vorgesetzten und Kunden sehr geschätzt.
Heute, nach dem Unfall ist alles anders: Ich kann nur noch einfache Arbeiten erledigen und dies maximal während zwei Stunden pro Tag. Ich habe Mühe, mich zu konzentrieren. Wenn ich in eine Stress-Situation gerate, reagiert mein Körper sofort: Ich fange an zu zittern, schwitze und bekomme Schmerzen. Ich bin meinem Arbeitgeber sehr dankbar, dass er mich trotz meiner Behinderung weiterhin beschäftigt. So viel Menschlichkeit findet man selten. So um elf Uhr höre ich mit der Arbeit auf. Mit dem Tram fahre ich aus der Stadt - dort steht mein Auto - und fahre nach Hause. Bis ich wieder Auto fahren konnte, brauchte ich lange. Noch heute erschrecke ich, wenn ich einen Lastwagen neben mir habe. Auch Lärm oder eine Polizeisirene lösen sofort Angstsymptome aus.

An meinen schweren Unfall erinnere ich mich nicht; ich war sofort bewusstlos. Erst viel später, als ich aus dem Koma erwachte, erfuhr ich, wie es genau passiert ist, so zum Beispiel, dass 35 Feuerwehrleute mich aus dem Autowrack bergen mussten. Ich habe keinen Hass oder Wut auf den Fahrer des Lastwagens. Ich denke, auch er hat einen Schock erlitten und hat schwer an diesem Unfall zu tragen. Er hat sich seit dem Unfall vor bald zwei Jahren nie bei mir gemeldet.

Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, bin ich völlig erschöpft und ich lege mich dann für ein bis zwei Stunden hin. Heute Nachmittag bin ich Nordic-Walken gegangen. Früher ging ich fast täglich Joggen oder Radfahren, das geht heute nicht mehr. Meine Runde führt mich an schönen Schrebergärten vorbei. Da wurde ich auch schon spontan zu einem Kaffee eingeladen.
Wir haben viel gelacht und die Natur genossen. Ja, ich bin ein Naturmensch, als Kind auf dem Bauernhof aufgewachsen. Deshalb geniesse ich meinen Spaziergang in vollen Zügen: die frische Luft, das viele Grün, die wunderschöne Landschaft. Hier kann ich Energie tanken. An Tagen, wo ich nicht arbeite, gehe ich in verschiedene Therapien. Auch das ist oft eine grosse Belastung für mich: Physiotherapie, Psychotherapie und andere Therapien. Aber ich mache Fortschritte.
Abends bin ich oft allein und schaue Fernsehen, bis ich ins Bett gehe. Ich habe zwar eine Schwester, Bekannte und Freunde, die mich immer wieder zu sich einladen. Doch auch in dieser Beziehung hat sich vieles verändert: Viele Menschen können nicht verstehen, dass ich nicht mehr „die Alte“ bin, nicht zuletzt darum, weil man mir meine schweren körperlichen Verletzungen nicht ansieht. Dabei trage ich Narben am ganzen Körper. Und in meiner Seele. 


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Walking
Arbeitsplatz

Bei den häufigsten Fällen des Eintretens eines Krankheits- und Unfallereignisses ist der Heilungsprozess meist vorhersehbar und abschätzbar und daher die Arbeitsplatzgefährdung kein Thema. Oft aber, so auch im geschilderten Fall, sieht diese Fragestellung nicht auf Anhieb so klar und eindeutig aus und für den Betroffenen kommt dann sehr rasch die Frage: “Was steht mir bevor.“ Nebst den Schmerzen und der Unfallbewältigung, tritt auch die Existenzfrage rasch in den Vordergrund. Für den Kandidaten stellt sich dann ernsthaft die Frage was geschieht, wenn die Stelle gekündigt wird, wenn er/sie, nicht wie bisher, die erforderliche Leistung erbringen kann. Ob man will oder nicht tauchen Ängste und Zweifel auf, die bei einem weniger, bei anderen aber sehr belastend sein können und dadurch die Psyche bedrohlich in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Physische oder psychische Veränderungen (Psychosomatische Störungen, Depressionen etc.), können eine Folge sein, die eine gleiche oder ähnliche berufliche Betätigung nicht mehr ohne weiteres, also nur mit Einschränkungen oder Veränderungen des Arbeitsplatzes oder der Aufgabe, zulassen.

Wo die Frage nach Veränderung gestellt und notwendig ist, ist die Arbeitsplatzerhaltung erstes Gebot für das Case Management. Arbeitsplatzerhaltung heisst aber nicht zwingend auch die gleiche Tätigkeit! Da ist Flexibilität und Einfallsreichtum gefordert, ebenso die Bereitschaft des Arbeitgebers, Alternativen und Möglichkeiten zu kreieren.

In unserem hier dargestellten Falle hat der Casemanager mit den Verantwortlichen des damaligen Arbeitgebers nach ernsthafter und solider Prüfung erkannt, dass zum damaligen Zeitpunkt eine Weiterbeschäftigung nicht in Frage kam. Nach einer Zeit intensiver verschiedenartiger, individuell angemessener Therapien entschloss sich das Casemanagement, nachdem sich einige Verbesserungen im Gesamtzustand der Kandidatin eingestellt hatten, um die Chancen doch rechtzeitig zu ergreifen, zu einem externen Wiedereingliederungsprozess. Die Abklärungen durch die Situationsanalyse und in der Folge zur Standortbestimmung angesagte, kontinuierlich und mehrfach durchgeführte Arbeitsleistungstrainings, mittels Arbeitsleistungstests ergaben, dass wohl Leistungssteigerungen in kleinen Schritten erfolgten, die aber für eine berufliche Wiedereingliederung  im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausreichen würden, um einen Einsatz erfolgreich zu gestalten. Ausserdem wurde im Coaching festgestellt, dass die posttraumatische Belastungsstörung aus dem Unfallereignis nach wie vor präsent, dass es auf die Belastbarkeit und die Konzentration, insbesondere aber auf das Selbstvertrauen so Einfluss nahm, dass jegliche Stellensuche im jetzigen Zeitpunkt verfrüht, also aussichtslos sei und jegliche anvertraute Verantwortung die psychischen Kräfte der Kandidatin übertrafen. Coaching war weiterhin angesagt, damit auch die Suche nach möglichen adäquaten Lösungen. Dabei kamen wir, fast gezwungenermassen, und in diesem Falle, zum Glück und Wohle der Kandidatin, auf die unkonventionelle Idee, erneut den Versuch der Arbeitsplatzerhaltung zu wagen.
So ergab es sich, dass der Versuch durch uns gestartet wurde, erneut beim letzten Arbeitgeber sanft anzuklopfen. Den Verantwortlichen der Firma ist es hoch anzurechnen, dass sie, auf dem Hintergrund der langjährigen Mitarbeiterschaft der Kandidatin und unter Anerkennung der vorhandenen persönlichen Tragik, bereit zu Gesprächen waren und, nachdem sich im jetzigen Zeitpunkt eine Möglichkeit des Arbeitseinsatzes ergab, einer Lösung ihren Zuspruch gaben, die es ermöglichte, eine den aktuellen Möglichkeiten angemessene Tätigkeit zu offerieren, der die Kandidatin heute nachgehen kann und ihr eine angemessene tägliche Struktur bietet. Die neue Tätigkeit ist eine einfachere, anspruchslosere, aber den Möglichkeiten genau angemessene. Der nächste Schritt wird sein, das Arbeitsverhältnis zu sanktionieren, stellt man doch eine allmähliche Besserung des Selbstvertrauens und der psychischen Kräfte fest.

Rolf Buchmann, Ramón Carbonell, Patrick Zufferey, Sibylle Menzi

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Froschrätsel

Das Froschspiel

Wie kommen die grünen Frösche auf die eine und die braunen Frösche auf die andere Seite? Klicken Sie aufs Froschbild links, um das Spiel zu öffnen. Achtung: Die Frösche springen, wenn man auf sie klickt. Ein Frosch kann jeweils nur einen Frosch überspringen oder auf den nächsten Stein vor ihm hüpfen. Zum Neustarten des Spiels auf "Reiniciar" klicken. Viel Spass!
Posttraumatische Belastungsstörung
(engl.) post-traumatic stress disorder;

Definition akute oder chronische psychische. Störung nach extrem belastendem Ereignis (z.B. Folter, Vergewaltigung, Unfall, Katastrophe), die mit starker Furcht und Hilflosigkeit einhergeht.  

Symptome häufiges u. intensives Wiedererleben des Traumas (drängende Erinnerungen, Alp- u. Tagträume, phobische Ängste), emotionale Taubheit (bes. Teilnahms- u. Freudlosigkeit, Gleichgültigkeit) bei gleichzeitig erhöhter Erregung (mit Schlafstörung, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Vigilanzsteigerung), Vermeiden von Erinnerungsstimuli;

Komplikationen depressives Syndrom, Suizidalität;

Therapie kognitive u. verhaltenstherapeutische Verf., gesprächstherapeutische u. tiefenpsychol. Methoden, soziotherapeutische Betreuung, evtl. kurzfristig Sedativa.

Hier erfahren Sie mehr

Voltaire

In der einen Hälfte des Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben.
In der anderen Hälfte opfern wir Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen.

[Voltaire 1694-1778]

Nicht alles ist Gold,
was im Lebenslauf
glänzt!

Karikatur
Quelle:
Tages-Anzeiger vom 29. Mai 2007;
www.tagi.ch

In dieser Rubrik finden Sie interessante Links zum Thema Wiedereingliederung.
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Parlament

Die Bundesversammlung - Das Schweizer Parlament

5. IV-Revision

05.052 5. Revision des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung

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Ein Internetportal für behinderte Menschen soll zielgruppenrelevante Themen bündeln und den Betroffenen aus einer Quelle zur Verfügung stellen. Die Informationsplattform MyHandicap.com möchte in Zukunft den zentralen Anlaufpunkt für alle Themen im Zusammenhang mit Behinderungen darstellen.
BSV, Bundesamt für Sozialversicherung: Auf dieser Seite finden Sie laufend aktuelle Informationen zum Thema Invalidenversicherung.
Die Invalidenversicherung oder kurz: die IV, ist ein wichtiges Element unseres Systems der Sozialen Sicherheit. Ihr Ziel ist es, die wirtschaftlichen Folgen einer gesundheitlich bedingten Einschränkung der Erwerbsfähigkeit zu vermindern oder zu beseitigen.
Praxisbezogene Kenntnisse des Sozialversicherungs- und Koordinationsrechts sind bei der Bearbeitung komplexer Leistungsfälle ein strategischer Erfolgsfaktor. Dieses Wissen ist ein entscheidendes Element für ein koordiniertes Case Management. Koordination Schweiz unterstützt Sie online und kostenlos, gezielt und effizient bei dieser Aufgabe.

Hier finden Sie alle Informationen über das Nationale Forschungsprogramm 45 «Probleme des Sozialstaates Schweiz». Das NFP 45 umfasst 35 Projekte in 4 thematischen Modulen.


Eine neue Existenz aufbauen
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AGILE Behinderten-Selbsthilfe Schweiz ist der Dachverband der Behinderten-Selbsthilfeorganisationen in unserem Land. AGILE zählt über 40 Mitgliedverbände. Diese vertreten ihrerseits rund 53'000 Menschen mit einer Behinderung.
Depri.ch - Das Forum zum Thema Depression
Depri.ch richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte und möchte als Wissensdrehscheibe und Austauschplatz zu einer höheren Transparenz und Akzeptanz in der Behandlung und Erkennung von Depressionen beitragen und für die Betroffenen eine Hilfe sein.
In den letzten 15 Jahren hat die Zahl der IV-Renten wegen psychisch bedingter Invalidität weit überproportional zugenommen. Im Jahr 2000 bezogen 60 740 Personen, die aus psychischen Gründen arbeitsunfähig waren, eine IV-Rente. Das entspricht einer Verdreifachung ihrer Zahl seit 1986. Am Rententotal, das auch die Unfälle miterfasst, machen die Renten aus psychischen Gründen heute 30 Prozent aus.
Buchmann
Stellen für Menschen mit einer Behinderung
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Redaktion und Gestaltung der Case Manager & Partner News: Sibylle Menzi / Ari Canonica (can-can.ch)